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Schicksal trieb mich in dies Land - Lieder und Texte aus dem Exil
Mario Castelnuovo Tedesco (1895 - 1965) | Der Diwan des Moses-Ibn-Ezra (1055 - 1135)
Verwandte Schicksale
In Al Andalus, dem seit dem 8.Jahrhundert n. Chr. von den Arabern beherrschten Spanien, stieß die jüdische Bevölkerung auf relativ große Toleranz. Das Zusammenleben von Moslems, Juden und Christen brachte eine kulturelle Blüte hervor, die das abendländische Denken nachhaltig beeinflusst hat. Das sogenannte „Goldene Zeitalter“ brachte berühmte Persönlichkeiten hervor, wie zum Beispiel den sefardischen Poeten Moses- Ibn- Ezra (ca. 1055-1135). Aus wohlhabender und gebildeter Familie stammend, wendet er sich früh der Literatur zu. Dunkle Wolken ziehen mit der Einnahme Granadas durch die Almoraviden im Jahre 1090 im Leben Moses ibn Ezras auf. Seine Familie kommt um oder wird in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Zwar gelingt ihm die Flucht, doch sind die folgenden Jahre geprägt von Unglück und bitterer Verzweiflung. Seiner Wurzeln beraubt, zieht er müde und erschöpft umher. Der DIWAN stellt die Essenz seines Lebens dar. In wundervollen Bildern beleuchtet er Heimat und Entwurzelung, Liebe und Freundschaft und schließlich den Übergang in die andere Welt.
Der Komponist Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968) musste wegen der faschistischen Rassengesetzgebung 1939 in die USA emigrieren. Unter der Schreckensherrschaft von Mussolini sind ihm sämtliche künstlerischen Aktivitäten in seiner Heimat untersagt; nur unter großem persönlichem Einsatz von Freunden und Gönnern gelingt es ihm das Land zu verlassen.Trotz großer Erfolge als Komponist und Pädagoge wird er nie den Verlust seiner Heimat verwinden. Gefühlvoll und wahrhaftig vertonte er den fast 1000 Jahre alten Text für Gitarre und Sopranstimme.
Eingestreut in den Liederzyklus „Der Diwan des Moses-Ibn-Ezra“ sind Solostücke für Gitarre von Castelnuovo Tedesco und Gedichte aus dem 20. Jahrhundert.
Mascha Kaléko, Ludwig Strauss, Hilde Domin, Rose Ausländer und Bertold Brecht schrieben ebenso ihre Werke aus dem Exil- so haben wir hier in diesem Programm eine Zeitspanne von fast 1000 Jahren in der die jeweiligen Künstler des Wortes und des Tones durch ihr Schicksal miteinander verbunden sind.
Pia Grees
Regina Kabis